Warum deine Komfortzone der Place to be ist

In Gesprächen über Achtsamkeit genauso wie auf Blogs und in Podcasts begegne ich wieder und wieder der Idee, dass das Verlassen der eigenen Komfortzone die Voraussetzung für Wachstum ist. Nur außerhalb der Komfortzone kann man über die eigenen Grenzen hinaus wachsen und ein erfülltes Leben führen.

Ich denke, dass dieser Glaube ungesunder Bullshit ist. Es fühlt sich vielleicht nach einem Erfolg an die Grenzen der Komfortzone überwunden und ein neues Terrain erschlossen zu haben. Aber dieser “Erfolg” liegt in der Überwindung deiner selbst begründet, im entschlossenen Ausblenden der Signale deines Körpers und Geistes. Mit Willensgewalt die eigene Komfortzone zu verlassen bringt dich weg von einer gesunden Verbindung zu dir selbst. Genau diese Verbindung aber ist es, die uns tatsächlich Superkräfte verleiht und ohne Angst und Stress ein großes Spielfeld für Weiterentwicklung eröffnet.

Ist es normal beim Meditieren einzuschlafen? Was hilft dagegen? Infos und Tipps im Blogpost | jana-ciura.com

Außerhalb deiner Komfortzone übernimmt das Reptilienhirn

Wir alle kennen das Gefühl unsere Komfortzone verlassen zu haben. Die Hände schwitzen, die Gedanken rasen – oder setzen gleich ganz aus. Du versuchst den inneren Tumult zu überspielen, eine Fassade von Coolness zu bewahren und bestmöglich zu funktionieren.

Dieser innere Tumult ist der Versuch deines Körpers dich in der wilden Welt außerhalb deiner Komfortzone bestmöglich zu unterstützen. Dabei laufen Prozesse ab, die sich in in den letzten paar tausend Jahren bewährt haben.

Der Fight-or-Flight-Modus ist ein Lebensretter, wenn es gilt vor einem Säbelzahntieger zu fliehen oder einem wilden Bären die Stirn zu bieten. Wenn es aber darum geht einen Vortrag vor einem Saal fremder Menschen zu halten oder eine Gehaltsverhandlung zu führen, ist er leider überhapt nicht hilfreich. Weder Kämpfen, noch Flüchten ist eine gute Option wenn es um die Herausforderungen unseres modernen Alltags geht. Doch genau für das Kämpfen oder Flüchten optimiert der Körper alle Prozesse, wenn wir in Stress geraten. Der mit Anlauf genommene Sprung raus aus der Komfortzone ist ein direktes Ansteuern einer Stresssituationen. Er ist keine sehr clevere Strategie große Dinge zu erreichen, weil er uns die Besonnenheit und Spielfreude nimmt.

Das Verlassen der Komfortzone ist ein trügerischer Erfolg

Trotz des Stresses und der Aufregung fühlt es sich häufig gut an die Komfortzone zu überwinden – zumindest im nachherein. Die meisten von uns haben auf die ein oder andere Weise eingetrichtert bekommen, dass Überwindung und harte Arbeit die Voraussetzung für Leistung und Erfolg sind. Deshalb zwingen wir uns dazu unsere Komfortzone zu verlassen. Denn wenn wir es uns in ihr gemütlich machen, meinen wir nicht voran zu kommen. Was einen weiterbringt tut erstmal weh.

Ist das wirklich so? Hilft uns das Überwinden unserer Komfortzone tatsächlich dabei neue Möglichkeiten für uns zu erschließen? In was üben wir uns, wenn wir unsere Komfortzone verlassen und uns in neue, unbequeme Situationen katapultieren?

Wir üben uns darin die Signale unseres Körpers zu ignorieren. Wir üben uns darin uns selbst nicht zu vertrauen. Wir üben uns darin unsere Balance aufzugeben. Wir üben uns in Dissoziation von unserem Körper und unseren Gedanken.

Sind aber nicht gerade Vertrauen, eine starke Intuition und Balance von Körper und Geist genau die Dinge die uns tatsächlich voran bringen? Wollen wir uns nicht lieber in Harmonie mit uns selbst üben? Vertrauen, Intuition und Balance so sehr stärken, dass sie uns auch auf neuem Terrain begleiten?

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Verlasse deine KOmfortzone nicht, erweitere sie

Deine Komfortzone bietet Raum für endloses Wachstum

In der Komfortzone mag es ja kuschelig sein, aber verzieht man sich nicht in die Stagnation, wenn man es sich in ihr zu gemütlich macht? Nö. Deine Komfortzone hat keine Grenze. Je besser du es schaffst Verbundenheit zu dir selbst und zu anderen aufzubauen und dich deiner Balance anzunähern, desto mehr wächst deine Komfortzone. Und das ist ziemlich magisch.

Deine Komfortzone bietet den Nährboden für Superkräfte. Du kannst dein ganzes entspanntes, rationales, emphatisches Selbst mit in jede Situation bringen. Wenn dein Körper nicht das Kampf-oder-Flucht-Programm abfährt kannst du deine Aufmerksamkeit erweitern und das Miteinander mit den Menschen um dich auskosten.

In deiner Komfortzone bleiben bedeutet nicht Stagnation oder Rückzug. In deiner Komfortzone kannst du wunderbar wachsen – ganz entspannt und im Einklang mit dir. Deine Komfortzone erweitert sich ganz von allein, wenn du lernst deinen Körper und Geist immer besser zu verstehen und dich von Angewohnheiten zu lösen die dir im Weg stehen.

Es sich in seiner Komfortzone gemütlich zu machen bedeutet auch nicht, sie niemals zu verlassen. Das Leben passiert und wir wollen mit Haut und Haar Teil von ihm sein. Dabei werden wir Tag für Tag immer wieder ein kleines oder auch großes Stück aus unserer Balance geschuppst. Das ist in Ordnung und hilft uns immer besser darin zu werden den Weg zurück in unsere Komfortzone zu finden, ohne dem Leben die Tür vor der Nase zuzuschlagen.

Lass deine Komfortzone wachsen, indem du deine Aufmerksamkeit auf die Leichtigkeit richtest

Oft sind wir es gewohnt mit einer Problembrille auf alles zu schauen das wir tun. Wir suchen all die Dinge die nicht gut funktionieren, lenken unsere Aufmerksamkeit als erstes auf das was festgefahren und anstregend ist. Dabei blenden wir ganz automatisch all das aus, was gut funktioniert und leicht ist.

Versuche doch mal folgendes Experiment: Werde zum Wohlfühl-Detektiv. Lenke deine Aufmerksamkeit auf die Dinge die sich gut anfühlen – die Momente der Öffnung und Weite. Es geht nicht nur um Besuche im Wellness-Spa oder das Bingewatchen von Feel-Good-Filmen, sondern um deinen ganzen Alltag. Nimm bewusst war, was gut funktioniert und sich gut anfühlt. Die Aufgabe im Job die dir leicht fällt. Die Augenblicke in denen du dich wohl in deinem Körper fühlst, in denen du offen und entspannt bist.

Du brauchst nicht die Augen vor dem verschließen was nicht funktioniert oder unbequem ist. Vielmehr wollen wir einen neuen Default-Modus finden. Statt uns laufend um Probleme zu drehen und all das was leicht ist selbstverständlich hinzunehmen, konzentrieren wir uns auf die Leichtigkeit. So sind wir bestens mit dem Zustand verbunden den wir in der Beschäftigung mit Herausforderungen schlussendlich erreichen wollen. Wenn du keine klare Vorstellung davon hast, wie sich Leichtigkeit anfühlt, fehlt die der Kompass, um wieder bei ihr anzukommen.

Einige Probleme verschwinden schon allein dadurch, dass man ihnen Aufmerksamkeit entzieht. Und all die anderen lassen sich viel besser angehen, wenn du bestens damit vertraut bist, wie sich Gelöstheit anfühlt. Probier es aus!

Mache deinen Alltag zum Yoga-Spielplatz

Du liebst die Zeit auf deiner Yogamatte oder deinem Meditationskissen, weil sie dich entspannen und bei dir ankommen lässt? Fantastisch! Genau dafür sind Yoga und Meditation da. Nimm dieses Gefühl mit in alles was du tust. Spiele damit Yogapraxis und Alltag immer mehr zu vermischen.

Fange mit kleinen Experimenten an. Öffne deine Augen in der Meditation, steh beim Meditieren auf und gehe entspannt duch den Raum. Wenn du das nächste Mal in der Kaffeeküche auf deinen Kaffee wartest, mach ein paar entspannte Schritte und verbinde dich mit dem Gefühl aus der Meditation.

Bevor du im nächsten Meeting oder im intensiven Gespräch anfängst zu sprechen, gönn dir einen tiefen, lockeren Atemzug. Es braucht kein lautes Atmen oder irgendwelche Technik – einfach nur einen entspannten ganz normalen Atemzug.

Ich habe es mir zum Spiel gemacht möglichst viele Yogamomente in meinen Alltag zu sneaken. Locker und entspannt an der Supermarktkasse zu stehen und zu checken, ob mein Atem leicht fließen kann. In der U-Bahn offen zu bleiben und mich nicht in eine ich-möchte-hier-gar-nicht-sein-Haltung zurückzuziehen.

Dieses Spiel macht nicht nur Spaß und tut gut, es hat auch viele spannende Level. Wenn du es schaffst deine Body-Mind-Connection aus dem Yoga in die langweiligen Momenten des Alltags zu bringen, kannst du anfangen damit zu spielen sie auch in involviertere Momente mitzunehmen. Dabei macht es übrigens keinen Sinn Level überspringen zu wollen. Sobald du merkst, dass du die Leichtigkeit verlierst, ist das dein Zeichen, dass es in dem vorigen Level noch einiges spannendes zu entdecken gibt.

Lass uns zusammen meditieren

Eine regelmäßige Meditationspraxis ist so ein starker Helfer im Alltag. Wenige Minuten auf dem Meditationskissen können so viel bewirken.

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